Bernhard II. zur Lippe

Die Wurzeln des Hauses zur Lippe sind nicht eindeutig feststellbar. Eine erste Nennung der Familie erfolgte über den Vater Hermann I. und den Onkel Bernhard I.

Stammsitz der Familie war der Hermlingshof in Lippstadt. Hier wurde Bernhard II. vermutlich 1140 als 2. Sohn geboren, daher blieb für ihn zunächst nur die kirchliche Ausbildung im Priesterseminar in Hildesheim. Dadurch lernte er Lesen, Schreiben und Latein, was für Ritter der damaligen Zeit eher selten war.

Nach dem Tod seines Bruders 1159/60 musste er die kirchliche Laufbahn jedoch beenden und sich auf die Nachfolge seines Vaters als Familienoberhaupt vorbereiten. Er absolvierte trotz seines Alters eine Ausbildung zum Kämpfer, wurde zum Ritter geschlagen und schließlich Vasall Heinrichs des Löwen.

Vermutlich 1170 heiratete Bernhard II. die Gräfin Heilwig von Ahre und Hochstaden. Aus dieser Ehe gingen 12 Kinder hervor.

Bernhard II. erwies sich als treuer Gefolgsmann Heinrichs des Löwen und kämpfte u.a. an seiner Seite im Sächsischen Krieg gegen Kaiser Barbarossa. 1181 mussten sie sich jedoch dem Kaiser unterwerfen und Heinrich der Löwe wurde ins Exil nach England geschickt. Man geht heute davon aus, dass Bernhard ihn begleitete.

Bernhard II. söhnte sich auf dem Reichsfest zu Mainz 1184 mit seinen damaligen Gegnern aus. In diesem Jahr gründete er Lippstadt; 1185 war er Mitgründer des Klosters Marienfeld bei Harsewinkel; die Gründung Lemgos wird in das Jahr 1190 datiert. In diesem Jahr erbte Bernhard die Herrschaft Rheda und die Familie verlegte ihren Wohnsitz in das dortige Schloss.

Mit dem Bau der Falkenburg um 1194 legte er den Grundstein für das spätere Herrschaftsgebiet der Edelherren zur Lippe. Zwei Jahre später übergab er die Herrschaft an seinen Sohn Hermann II. und zog sich in das Kloster Marienfeld zurück.

1210 schloss er sich einem großen Kreuzzug ins Baltikum an und wurde zum Abt des Klosters  Dünamünde/Riga gewählt. Er missionierte nicht nur mit Worten, sondern griff auch immer wieder zum Schwert. Gleichzeitig ließ er Städte, Burgen und Kirchen bauen.

1218 wurde er zum Bischof des Bistums Semgalen geweiht. Am 30.04.1224 starb er und wurde in Dünamünde bestattet. Kloster und Grabstelle wurden von aufständischen Slawen vernichtet.

Hermann II. zur Lippe und Bernhard III. zur Lippe

Hermann (ca.* 1175 ?), der 1196 die Herrschaft von seinem Vater übernahm, begleitete diesen oftmals ins Baltikum, war aber auch u.a. für seinen Bruder Gerhard, Bischof von Bremen und Hamburg, kämpferisch tätig. In dessen Krieg gegen die aufständischen Stedinger Bauern verlor er 1229 sein Leben.

Sein Sohn Bernhard III. (*1194 †1265) übernahm die Herrschaft und war der erste, der die Falkenburg als Herrschaftssitz nutzte. Er gründete die Städte Horn, Blomberg und Detmold und baute die lippische Landesherrschaft aus.